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Was ist Arimatsu-Shibori?

Arimatsu-Shibori in Wandlung

400 Jahre fortlaufende Neuerungen einer traditionellen Handwerkskunst

Die Schnürbatik Japans hat eine lange Geschichte. In der Nara-Periode, vor über tausend Jahren, kam aus Zentralasien über die Seidenstraße ein Kanoko-Shibori genannter gescheckter Stoff ins Land. Der Name Arimatsu-Shibori ist seit 400 Jahren bekannt. In Arimatsu, einem Dorf an der Tokaido-Handelsstraße, begann erstmals Takeda Shokuro, Mikawa-Baumwolle mit Schnürbatik zu verfeinern und vorbeiziehenden Reisenden als Handtücher zu verkaufen. Dank wachsender Beliebtheit solcher Schnürbatik erfuhr die Ortschaft rasches Wachstum. Während der Meiji-Umwälzung im 19. Jahrhundert schrumpften aber die Geschäfte an den Überlandstraßen, und erst durch Einführung von hölzernen Geräten und neuen Techniken wie Arashi-Shibori fand der Name Arimatsu wieder vielerlei neue Ausdrucksformen. Der Wechsel von Fortschritt und Niedergang hatte zur Folge, dass diese traditionelle Handwerkskunst immer wieder Neues anstrebt – genau das ist nun typisch für Arimatsu.

Das Besondere an Arimatsu-Shibori

Hoch entwickeltes Handwerk: schöne Muster, schöne Form

Eine Besonderheit von Arimatsu-Shibori ist die Anwendung einer Vielzahl von Techniken. Mokumenui-Shibori (gestickte Streifenbatik), Karamatsunui-Shibori (gestickte Schnürbatik), Orinui-Shibori (Plisseebatik), Tegumo-Shibori (Spinnenmuster) und andere: mit über 100 verschiedenen Techniken ist Arimatsu-Shibori auch weltweit gesehen wohl einzigartig. Zuschnüren, Sticken, Falten – aus solcher Fülle von Methoden entstehen edel-handgefertigte Produkte mit immer wieder verschiedenen Mustern. Auch die fühlbar warme Plastizität ist Arimatsu-typisch. Das fertige Material eignet sich besonders für Sommer-Kimonos, denn es liegt luftig-leicht angenehm auf der Haut.

Was ist das für ein Bündel?

Dieses Bündel stellt eine Zwischenstufe bei der Herstellung von Arimatsu-Shibori dar. Nachstehend zeigen wir die allgemeinen Arbeitsschritte. Der gesamte Prozess erfordert mehrere spezielle Fertigkeiten und somit die Mitarbeit verschiedener Spezialisten. Feine Unterschiede in der Färbung und im Kraftaufwand jedes einzelnen Handwerkers haben zur Folge, dass das Resultat jedesmal völlig anders ausfällt: man sagt, auch die erfahrensten Fachkräfte könnten nie zweimal das gleiche Produkt hervorbringen.

Der Herstellungsprozess von Arimatsu-Shibori

Festlegung des Designs
Das Muster-Design wird von Kunsthandwerkern geschaffen, die mit den technischen Möglichkeiten tief vertraut sind.

Lochung der Matritze
Das Design wird auf ein Musterpapier aufgetragen und das Muster mit einem Locher als Matritze ausgestanzt.

Musterdruck
Die Matritze wird auf den rohen Stoff gelegt, das Muster wird dann mit einem Flachpinsel und Commeline(Flüssigkeit mit Jod und Stärke)übertragen.

Zuschnüren
Nun folgt das Färben mittels Abdeckung. Dabei werden je nach Technik verschiedene Handgriffe und Werkzeuge eingesetzt. Typische Spezialwerkzeuge sind Gabelständer, Kanoko-Ständer, Wickelständer u.a.
・Die Abbildung zeigt die Herstellung von Tegumo-Shibori

Färben
Das Färben wird von professionellen Färbern durchgeführt. Die Schnürfärbung erfolgt generell durch Eintauchen, es gibt aber auch andere Spezialtechniken.

Fädenziehen
Bei der Schnürbatik wird der Stoff mit Fäden eingeschnürt und dann gefärbt, weshalb die Fadenenden besonders stark verknotet werden müssen. Das Fädenziehen erfolgt rasch aber umsichtig, damit der Stoff nicht beschädigt wird.

Endbearbeitung mit Wasserdampf
Der Stoff wird warm bedampft und mit der Hand auf gleichmäßige Breite gestreckt.